Familienangehörige

Sie sind Angehöriger eines EU-Mitgliedsstaates? Dann dürfen Ihr Ehepartner und Ihre Kinder ohne Einschränkungen in Deutschland leben und arbeiten. Sie brauchen keine spezielle Aufenthaltserlaubnis.

Wenn Sie aus einem Drittstaat kommen, gibt es einige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit Ihre Familie zu Ihnen nach Deutschland kommen und mit Ihnen hier leben kann:

  • Aufenthaltstitel: Sie haben als Arbeitnehmer eine Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis oder eine „Blaue Karte EU“ für Deutschland.
  • Wohnraum: Sie haben erfolgreich eine Wohnung in Deutschland gemietet, die ausreichend Platz für Ihre Familie bietet.
  • Geld: Sie verfügen über ausreichend finanzielle Mittel, um für Ihre Familie zu sorgen.
  • Volljährigkeit: Ihr Ehepartner ist volljährig, also mindestens 18 Jahre alt.
  • In der Regel müssen die Ehepartner grundlegende Deutschkenntnisse nachweisen können, um eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Dies ist aber nicht notwendig, wenn
  • Sie selbst Inhaber einer „Blauen Karte EU“ sind.
  • Sie selbst in Deutschland als Hochqualifizierte bzw. Hochqualifizierter oder Forscherin bzw. Forscher arbeiten.
  • Ihr Ehepartner einen Hochschulabschluss hat.
  • Sie Staatsangehöriger Australiens, Israels, Japans, Kanadas, der Republik Korea, Neuseelands oder der Vereinigten Staaten von Amerika sind.

Wenn Sie und Ihr Ehepartner eine Aufenthaltserlaubnis haben oder Sie als Alleinerziehender das Sorgerecht für Ihre Kinder besitzen, erhalten Ihre Kinder im Alter von bis zu 16 Jahren ebenfalls eine Aufenthaltserlaubnis. Sind Ihre Kinder älter als 16 Jahre, gelten für deren Nachzug besondere Regeln.

Wie Sie Ihre Familie nach Deutschland holen können:
  • Ihr Ehepartner und Ihre Kinder beantragen in der deutschen Botschaft oder dem Konsulat in Ihrem Heimatland einen Aufenthaltstitel zum Zwecke des Familiennachzugs für Deutschland. Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitung einige Zeit dauern kann. Sie sollten daher so früh wie möglich den Antrag stellen und sich darüber informieren, welche Unterlagen dazu benötigt werden.
  • Sobald Ihre Familie in Deutschland angekommen ist, melden Sie Ihre Familienmitglieder beim Einwohnermeldeamt und bei der zuständigen Ausländerbehörde an. Dafür müssen Sie die Ausweise, Geburts- und Heiratsurkunden, Gehalts- oder Steuerbescheinigungen sowie Mietnachweise mitbringen und möglicherweise weitere Unterlagen vorweisen.
Einreisebestimmungen

Sind Sie Angehöriger eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union oder von Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz? Dann können Sie ohne Visum nach Deutschland einreisen und hier arbeiten.

Angehörige anderer Staaten, so genannter Drittstaaten, benötigen einen Aufenthaltstitel, damit sie in Deutschland arbeiten oder sich vor Ort einen Arbeitsplatz suchen können.
Menschen aus Drittstaaten benötigen grundsätzlich ein Visum für die Einreise. Für Angehörige bestimmter Staaten ist es möglich, Deutschland bis zu 90 Tage ohne Visum zu besuchen. Sie können sich bei den Auslandsvertretungen Deutschlands oder auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes unter www.diplo.de darüber informieren, ob ihr Herkunftsland zu diesen Ländern zählt.

Ihr Visum beantragen Sie bei der deutschen Auslandsvertretung in Ihrem Heimatland, die für Ihren Amtsbezirk zuständig ist. Bevor Sie das Visum beantragen, informieren Sie sich darüber, was Sie beachten müssen und welche Unterlagen Sie benötigen. Die Informationen finden Sie auf der Internetseite der zuständigen Botschaft oder des zuständigen Konsulats. Das Auswärtige Amt nennt Ihnen auf seiner Internetseite alle deutschen Auslandsvertretungen mit Kontaktadressen. Sie können dort auch Allgemeines zur Einreise nach Deutschland erfahren.

Die Auslandsvertretungen entscheiden normalerweise innerhalb von zwei bis zehn Arbeitstagen über einen Visumsantrag für einen Kurzaufenthalt von bis zu 90 Tagen. Möchten Sie sich länger in Deutschland aufhalten, sollten Sie eine mehrmonatige Bearbeitungszeit einplanen und daher frühzeitig das Visum beantragen. In der Regel wird für die Ausstellung eines Visums eine Gebühr erhoben.

Aufenthaltsgenehmigung

Staatsangehörige der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) und der anderen Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) benötigen für ihren Aufenthalt in Deutschland keinen Aufenthaltstitel.

Sind Sie nicht Bürger eines EU- oder EWR-Staates, müssen Sie einen Aufenthaltstitel haben, um in Deutschland leben zu können.

Für die Einreise benötigen Sie ein Visum und nach Ihrem anschließenden kurzfristigen Aufenthalt einen Aufenthaltstitel, der es Ihnen ermöglicht, Ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft nach Deutschland zu verlegen.

Der Aufenthaltstitel kann erteilt werden als:

Aufenthaltserlaubnis

Für den Aufenthalt in Deutschland brauchen Ausländer grundsätzlich eine Erlaubnis. Diese Erlaubnis muss bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragt werden. Eine Aufenthaltserlaubnis gilt immer nur für einen bestimmten Zeitraum. Sie kann nach den gesetzlichen Bestimmungen beispielsweise verlängert werden oder in eine (unbefristete) Niederlassungserlaubnis umgewandelt werden. Bei einer Verlängerung wird berücksichtigt, ob jemand einen Integrationskurs zum Erlernen der deutschen Sprache teilgenommen hat.

Eine Aufenthaltserlaubnis wird erteilt für Personen, die

  • in Deutschland eine Ausbildung machen möchten (§§ 16-17 Aufenthaltsgesetz)
  • in Deutschland arbeiten möchten (§§ 18-21 Aufenthaltsgesetz)
  • aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen in Deutschland bleiben können (§§ 22-26 Aufenthaltsgesetz)
  • aus familiären Gründen nach Deutschland zuwandern (§§ 27-36 Aufenthaltsgesetz)
  • Ausländer und ehemalige Deutsche, die nach Deutschland zurückkehren wollen (§§ 37, 38 Aufenthaltsgesetz)
  • in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union ein Daueraufenthaltsrecht besitzen (§ 38a Aufenthaltsgesetz)

Blaue Karte EU

Die Blauen Karte EU ist ein Aufenthaltstitel für Drittstaatsangehörige mit Hochschulabschluss oder vergleichbarer Qualifikation, die in Deutschland einer ihrer Qualifikation angemessenen Beschäftigung nachgehen möchten. Wird die Blaue Karte zum ersten Mal erteilt, ist sie grundsätzlich auf vier Jahre befristet.


Damit Sie eine Blaue Karte EU erhalten können, müssen neben allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen drei weitere Bedingungen erfüllt sein:

  • Sie können ein abgeschlossenes Hochschulstudium nachweisen. Wenn Sie Ihren Hochschulabschluss nicht in Deutschland erworben haben, muss Ihr Abschluss anerkannt oder mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar sein.
  • Sie haben entweder ein konkretes Arbeitsplatzangebot oder besitzen einen bereits unterschriebenen bzw. bereits bestehenden Arbeitsvertrag und
  • Sie verdienen damit mindestens ein bestimmtes Bruttojahresgehalt.


Unter bestimmten Voraussetzungen kann dem Inhaber einer Blauer Karte EU nach einem Zeitraum von 33 Monaten eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erteilt werden. Genauere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unter www.bamf.de oder bei den Ausländerbehörden.

Niederlassungserlaubnis

Eine Niederlassungserlaubnis ist unbefristet gültig. Mit ihr darf man in Deutschland arbeiten. Damit man eine Niederlassungserlaubnis bekommen kann, muss man normalerweise seit fünf Jahren eine Aufenthaltserlaubnis besitzen und weitere Voraussetzungen erfüllen.

Dazu gehört, dass man zum Beispiel in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie eigenständig zu sichern. Außerdem muss man ausreichende Deutschkenntnisse haben und darf nicht vorbestraft sein. Für Inhaber einer Blauen Karte EU gelten besondere Regelungen.

Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU

Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU ist ein Aufenthaltstitel, der unbefristet ist und mit dem man ebenfalls in Deutschland arbeiten darf. Damit Sie eine solche Erlaubnis bekommen, müssen Sie ganz ähnliche Voraussetzungen erfüllen wie für die Niederlassungserlaubnis. Anders als die Niederlassungserlaubnis sind Sie mit einer Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU zur Mobilität innerhalb der Europäischen Union berechtigt. Sie können damit in den anderen Mitgliedsstaaten unter vereinfachten Voraussitzungen eine befristete Aufenthaltserlaubnis erhalten. Es ist möglich, gleichzeitig eine Niederlassungserlaubnis und eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU zu besitzen.

Die für eine Niederlassungserlaubnis und eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EU erforderlichen ausreichenden Deutschkenntnisse können Sie unter anderem durch den erfolgreichen Besuch eines Integrationskurses nachweisen.

 

 

 

 

 

Meldepflicht

Sobald Sie in Deutschland wohnen, müssen Sie sich anmelden. Die Anmeldung findet beim Einwohnermeldeamt oder Bürgeramt Ihres Wohnortes statt. Sie sollten die Anmeldung nicht später als eine Woche nach dem Einzug machen. Melden Sie sich zu spät an, müssen Sie unter Umständen ein Bußgeld bezahlen. Eine verspätete Ummeldung kann eventuell negative Auswirkungen auf Ihren Aufenthaltsstatus haben.

Für die Anmeldung brauchen Sie einen gültigen Ausweis. Bei Mietwohnungen müssen Sie häufig auch den Namen des Vermieters angeben bzw. den Mietvertrag vorzeigen. Die Kontaktdaten und Öffnungszeiten des zuständigen Einwohnermeldeamts finden Sie auf der Website der Stadt, in die Sie ziehen.